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  • Don. 29. April 2010 - Son. 31. Oktober 2010
Shift – Festival der elektronischen Künste
Basel
28.–31.10.2010
Shift in Progress

Shift in progress ist eine Nachwuchs- Ausstellung des Shift Festivals, welche parallel zur Hauptausstellung läuft und Studierende von Schweizer und Internationalen Kunsthochschulen einlädt, Arbeiten aus dem Bereich der elektronischen Künste einzureichen. Die Arbeiten sollen einen Bezug zum jeweiligen Festivalthema aufweisen und dessen Thematik reflektieren. Möglich  

sind neben Installationen auch Performances oder Musikprojekte.  

 

Shift in progress versteht sich als Plattform für Projekte einer neuen Generation von KünstlerInnen und AktivistInnen, welche aus nächster Nähe die aktuellen Entwicklungen der elektronischen Medien verfolgen, sie kommentieren, beeinflussen und in ihrem Sinne nutzen. Neben einem Ausstellungsraum werden auch Container im Aussenraum zur Verfügung stehen, in welchen die Arbeiten präsentiert werden können.  

 

Thema 2010:„Lost & Found – wiederentdeckt und neuinterpretiert“

Der Schweizer Elektronik-Pionier Bruno Spoerri, Spezialgast von Shift 2010, hat seit den 1960er Jahren stets mit den neuesten technischen Möglichkeiten Musik komponiert und aufgeführt, aber auch Hunderte von Werbespots, Jingles und Filmen vertont. Heute wird seine Musik wieder entdeckt und neu veröffentlicht, so etwa von Andy Votels Label Finders Keepers, das auf Wiederentdeckungen dieser Art spezialisiert ist.  

 

Werbung, Soundtracks und Jingles waren die frühesten Verbreitungsgebiete elektronischer Musik ausserhalb des akademischen Kontexts – die elektronischen Klänge standen damals für Fortschritt, Zukunft, technische Präzision oder Unheimlich-Seltsames. Sie sorgte für prägende Erlebnisse mit elektronischer Musik vor dem Siegeszug der elektronischen Pop- und Dancemusik.  

 

Im Rückblick wird die Musik anders gehört, Spoerris Werbefilmsoundtracks werden als Musik zum Zuhören oder Tanzen rekontextualisiert – kombiniert mit einer vage bestimmbaren Erinnerung. Zukunftsmusik aus der Vergangenheit wird neu ganz gegenwärtig.  

 

Der Blick auf die kulturelle Produktion vergangener Tage wird durch technische Medien verändert. Oft wird von einer unüberschaubaren „Bilderflut“ oder „Datenflut“ gesprochen. Diese Flut spült vergessen Geglaubtes hoch, löst Erinnerungen aus, lässt uns flüchtige, neue Vergangenheiten zusammensetzen. So entstehen neue Ordnungssysteme.  

 

Für die 2010-er Ausgabe des Shift-Festivals interessieren uns emotional geprägte Blicke auf die Vergangenheit, die mäandrierenden Geschichten des Obskuren und Obsoleten, die der vermeintlich linearen Ereignisgeschichte entlangschrammen.  

 

Nebst Bruno Spoerri und seiner zeitgenössischen Neuinterpretation sind etwa Subkulturen wie die 8-bit-Szene zu nennen, welche die Bildsprache und Musik der frühen Computerspiele weiterschreibt. Oder Zirkel von Schallplattensammlern und Djs, die Schätze aus den verstaubten Stapeln vergangener Massenkultur rekontextualisieren, und neue Verbindungen zwischen Dingen aus verschiedensten Orten, Zeiten, Kulturen herstellen.  

 

Künstler wie Anri Sala und Deimantas Narkevičius verfolgen Strategien von künstlerischen Interventionen in den Diskurs der Geschichte. Dabei wird etwa durch Rekontextualisierungen von historischem Material und Infragestellen der Trennung von Fakt und Fiktion die Konstruiertheit von Geschichte hinterfragt. Eine besondere Rolle spielt dabei die Vermittlung von Geschichte  

durch technische Medien. Der litauische Künstler Deimantas Narkevičius beispielsweise remontiert TV-Nachrichten-Material aus dem Ende des Realsozialismus so, dass man den Eindruck erhält, es würden Lenin-Statuen nicht demontiert, sondern aufgerichtet. So werden die Erzeugnisse von technischen Medien vom Dokument, das mit Authentizität Geschichte bezeugt, zum Material, aus dem neue Geschichten gebaut werden.  

 

Durch einen emotionalen Bezug zur Vergangenheit kann diese als Möglichkeitsraum verstanden werden. Ein neuer Blick auf Geschichte soll einen neuen Blick auf die Gegenwart – und in die Zukunft – ermöglichen.  

 

Anmeldung Infoveranstaltung  

Bitte meldet euch bis zum 17. Mai per Email für eine Teilnahme an Shift in Progress 2010 an. Bitte teilt gleichzeitig mit, ob es euch möglich ist, zur Informationsveranstaltung zu kommen. Das Anmeldeformular müsst ihr erst bei der Einreichung des Projekts mitschicken.  

 

Informationsveranstaltung 26. Mai, 18.00

Die Informationsveranstaltung findet auf dem Dreispitzareal Basel / Münchenstein statt. Wir treffen uns um 18.00 an der Florenzstrasse 7 und besichtigen kurz das Areal, damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, wo und wie ihr eure Arbeiten ausstellen könntet. Die Container werden an diesem Tag nicht vor Ort sein, es gibt aber Pläne mit den genauen Massen. Danach werden wir euch das Festivalthema „revisiting pasts“ vorstellen, einen kurzen Text zum Thema habt ihr bereits in der Einladung erhalten, dieser Text sowie alle anderen Formulare sind auch auf unserer Homepage www.shiftfestival.ch verfübar.  

Einreichung des Projekts. Das Anmeldeformular und euren Projektbeschrieb schickt ihr bis spätestens 28. Juni 2010 an sip@shiftfestival.ch. Der Projektbeschrieb mit Skizze der Installationssituation und ev. Fotos soll  

nicht mehr als 4 Seiten umfassen. Bei Filmen bitte eine DVD ans Shift Büro schicken (Shift Festival, Postfach, 4023 Basel).  

 

Die eingegebenen Projekte werden dann von uns gesichtet und es wird eine Auswahl getroffen. Die Rückmeldung von uns erhaltet ihr bis zum 19. Juli 2010. Danach werden wir je nach Bedarf mit euch einen Termin zur Besprechung der Arbeit bzw. Der Installationssituation vereinbaren. Insgesamt können etwa 15-25 Arbeiten gezeigt werden.  

WWW.SHIFTFESTIVAL.CH

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